Die Great Ocean Road stelle ich dir in diesem Beitrag vor. Diese 243 Kilometer lange Straße im Bundesstaat Victoria gehört zu den berühmtesten Roadtrip-Strecken des Landes – und das völlig zurecht. Gewaltige Steilklippen, rauschende Wellen, Regenwälder, Koalas in freier Wildbahn und charmante kleine Küstenorte – die Great Ocean Road ist ein einziges Naturwunder. Ich bin sie bereits mehrmals gefahren – mit dem Camper und mit dem Auto – und jedes Mal hat sie mich aufs Neue verzaubert. In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf unsere 4-tägige Tour, zeige dir, wie du diese Strecke optimal erleben kannst und teile meine ganz persönlichen Highlights.

Unsere Reiseroute im Überblick

Start: Melbourne
Ziel: Warrnambool
Dauer: 5 Tage (perfekt für einen entspannten Roadtrip)
Gesamtstrecke: ca. 243 km
Beste Reisezeit: Oktober bis April
Fortbewegung: Camper oder Mietwagen

Warum du diese Tour fahren solltest

Warum du diese Route fahren solltest? Weil du hier auf kleinstem Raum all das findest, was Australien so besonders macht: wilde Natur, das Gefühl von Freiheit und eine Nähe zur Landschaft, die du nur auf einem Roadtrip spürst. Egal, ob du zum ersten Mal in Australien bist oder schon öfter hier warst – diese Küstenstraße solltest du einmal im Leben gefahren sein.

Was ist die Great Ocean Road?

Die Great Ocean Road ist eine Küstenstraße im Süden Australiens, die offiziell von Torquay bis Allansford bei Warrnambool verläuft. Sie wurde in den 1930er-Jahren als Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs gebaut und gilt heute als eine der schönsten Panoramastraßen der Welt. Great Ocean Road   Sie führt vorbei an zerklüfteten Klippen, durch Regenwälder, entlang weißer Sandstrände und zu den weltberühmten Twelve Apostles – einer ikonischen Felsformation, die aus dem türkisfarbenen Meer ragt.

Beste Reisezeit

Die beste Zeit für die Great Ocean Road ist von Oktober bis April. In diesen Monaten ist das Wetter angenehm warm und stabil. Besonders im australischen Frühling (Okt/Nov) blüht die Küstenvegetation auf – und in den Sommermonaten (Dez–Feb) kannst du die Strände und das Meer richtig genießen. Wenn du lieber mit weniger Menschen unterwegs sein willst, empfehle ich dir März oder April – das Wetter ist noch super, aber die Ferienzeit ist vorbei.

Die Great Ocean Road mit dem Camper

Diese Strecke ist ein echtes Camper-Paradies. Du findest entlang der Route viele Campingplätze – von einfachen Nationalparkplätzen bis zu gut ausgestatteten Holiday Parks mit Meerblick. Ich liebe es, auf dieser Strecke mit dem Camper unterwegs zu sein, weil man so flexibel bleibt. Ein schöner Ort? Wir bleiben. Eine Bucht zum Sonnenuntergang? Wir kochen direkt am Strand. Genau diese Spontaneität macht die Great Ocean Road zu einer meiner Lieblingsstrecken in ganz Australien.

Unsere Reiseroute im Detail

Um die Great Ocean Road zu erleben, solltest du am besten von Melbourne bis Adelaide fahren. Und da die Strecke für australische Verhältnisse sehr kurz ist, ist sie für einen ersten Roadtrip durch Australien bestens geeignet. Lies hier meinen Reisebericht Tag für Tag.

Tag 1: Melbourne – Anglesea (ca. 125 km)

Highlights

  • Surfkultur in Torquay
  • Bells Beach – legendärer Surfspot
  • Sea Cliff Bridge & Aussichtspunkte
  • Lorne & Erskine Falls

Nachdem wir unseren Camper in Melbourne übernommen haben, ist unser nächstes Ziel Torquay, die Surf-Hauptstadt Australiens. Schon beim ersten Kaffee am Strand spüre ich: Hier leben die Menschen fürs Wasser. Wir besuchen das Surf World Museum und machen einen kurzen Stopp am legendären Bells Beach, an dem jährlich zur Osterzeit der Rip Curl Pro Surf Cup stattfindet. Auch wenn wir hier nicht surfen – zuzusehen reicht völlig, um begeistert zu sein. Entlang der kurvigen Küstenstraße fahren wir nach Anglesea und stoppen regelmäßig an Aussichtspunkten. Der Ort ist bekannt für die vielen Kängurus, die ihr hier sehen könnt und auch für den Strand, an dem viele ihre erste Surfstunde haben. Eigentlich auch ein schönes Erlebnis, die erste Surfstunde an der Great Ocean Road zu haben, oder? In Anglesea machen wir Halt für die Nacht. Besonders schön: der Erskine Falls Walk, ein kurzer, aber beeindruckender Spaziergang zu einem Wasserfall mitten im Wald.

Tag 2: Anglesea – Kenneth River (ca. 65 km)

Highlights

  • Aireys Inlet
  • Eastern View
  • Erskine Falls Walk
  • Teddys Lookout Lorne
  • Lorne Jetty
  • Koalas am Forst Edge

Zwischen Anglesea und Apollo Bay erwartet euch einer der eindrucksvollsten Abschnitte der Great Ocean Road. Die Straße schlängelt sich in eleganten Kurven entlang der Steilküste – ein echtes Highlight für alle, die das Meer lieben. Viele Orte entlang dieser Strecke liegen idyllisch eingebettet in kleinen Tälern, durch die Flüsse oder ausgetrocknete Bachläufe führen. Wer gerne aktiv unterwegs ist, sollte sich ein paar Stunden Zeit für eine Wanderung auf dem Surf Coast Walk nehmen – die Ausblicke lohnen sich.

Ein Stopp in Aireys Inlet lohnt sich besonders wegen des malerischen Leuchtturms. Er kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden und bietet euch eine beeindruckende Aussicht auf die felsige Küstenlinie der Region. Nicht weit entfernt liegt Lorne – ein Ort, den viele Australier für ihre Auszeit am Meer wählen. Hier findet ihr alles, was das Urlaubsherz begehrt: hübsche Cafés, einladende Restaurants, kleine Geschäfte und gemütliche Unterkünfte. Übrigens findet ihr hier auch das Memorial Arch at Eastern View, das berühmte Schild, das den Startpunkt der Great Ocean Road markiert. Hier ist ein Foto natürlich ein obligatorisches MUSS. Der Sandstrand in Lorne ist ideal zum Entspannen, während der Lorne Pier besonders bei Anglern sehr beliebt ist. Wenn ihr Lust auf Natur habt, lohnt sich ein Abstecher ins Hinterland: Dort entdeckt ihr üppigen Regenwald und beeindruckende Wasserfälle – allen voran die bekannten Erskine Falls, die ihr über einen rund 7,5 Kilometer langen Wanderweg erreicht.

Vom Aussichtspunkt Teddy’s Lookout am Ortsrand eröffnet sich ein traumhafter Blick über den George River und die dramatische Küstenlinie. Auch wenn Lorne einiges zu bieten hat, wartet ein weiteres Highlight nur wenige Kilometer weiter: der kleine Ort Kennett River. Hier stehen die Chancen sehr gut, Koalas in freier Wildbahn auf dem Kennett River Nature Walk zu entdecken. Die Tiere lassen sich oft hoch oben in den Eukalyptusbäumen beobachten. Nachdem ihr bereits Kängurus gesehen habt, rundet dieses tierische Erlebnis den Tag entlang der naturreichen Great Ocean Road perfekt ab. Wir bleiben die Nacht auf dem Kennett River Caravan Park.

Tag 3: Kenneth River – Melba Gully (ca. 100 km)

Highlights

  • Apollo Bay
  • Great Otway Nationalpark
  • Cape Otway

Am südlichen Rand des Otway Nationalparks befindet sich der geschichtsträchtige Cape Otway Leuchtturm, der bereits im Jahr 1848 errichtet wurde. Von hier eröffnet sich euch ein beeindruckender Ausblick auf die zerklüftete Küstenlinie und die steilen Klippen. Ein echter Geheimtipp für diesen Tag ist der Abstecher nach Melba Gully, einem besonders regenreichen Abschnitt im Great Otway Nationalpark.

Durch das feuchte Klima gedeiht hier dichter Regenwald – und mit Einbruch der Dämmerung zeigt sich ein ganz besonderes Naturphänomen: Glühwürmchen! Um zu diesem magischen Ort zu gelangen, startet ihr an der Picknickstelle und folgt dem Madsen’s Track Nature Walk. Mit etwas Glück entdeckt ihr unterwegs Wallabies, Possums oder auch seltene Vogelarten – bleibt also möglichst ruhig, um nichts zu verpassen. Sobald es dunkel wird, beginnt das Funkeln der Glühwürmchen – ein fast märchenhafter Anblick. Bitte fasst sie nicht an, damit sie in dieser Umgebung weiterhin heimisch bleiben. Für den Rückweg empfiehlt sich unbedingt eine Taschenlampe – der Wald wird schnell stockfinster.

Wenn ihr wesentlich mehr Zeit entlang der Great Ocean Road verbringen könnt, lohnt sich eine Wanderung auf dem Great Ocean Walk. Dieser beeindruckende Fernwanderweg erstreckt sich über 104 Kilometer zwischen Apollo Bay und den 12 Aposteln. Ihr könnt die Strecke entweder komplett oder in einzelnen Abschnitten erleben.

Tag 4: Melba Gully – Port Campbell (ca. 50 km)

Highlights

  • Twelve Apostles
  • Gibson Steps
  • Loch Ard Gorge

Dieser Abschnitt ist der spektakulärste der gesamten Route. Die Küste wird rauer und es kommt ein Hauptgrund vieler, die Great Ocean Road zu bereisen: Die 12 Apostel – gewaltige Kalksteinfelsen, die aus dem Ozean ragen. Und ganz ehrlich: Die Begeisterung ist absolut nachvollziehbar. Die imposanten Felsformationen, umspült vom türkis bis tiefblau schimmernden Wasser, sind einfach atemberaubend schön. Kein Wunder also, dass sie zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in ganz Victoria zählen.

Allerdings solltest du wissen, dass die 12 Apostel kein Geheimtipp mehr sind. Vor Ort kannst du mit einem riesigen Besucherandrang rechnen – besonders zu Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Trotzdem gilt: Dieser Spot ist ein Pflicht-Stopp, den du nicht verpassen solltest.

Mein Tipp: Wir sind als erstes einen kleinen Wanderweg zu den Gibson Steps gelaufen und sind sie hinabgestiegen, direkt an den Strand. Die Felsriesen ragten vor uns auf – und ich konnte es kaum fassen, wie klein wir im Vergleich wirken. Die meisten Besucher gehen hier übrigens gar nicht erst hin, so dass wir wirklich fast allein am Strand waren, kleine Pinguine in den Felsspalten gesehen haben und uns alle Zeit der Welt nehmen konnten, um unsere Eindrücke der imposanten Apostel aufzunehmen.

Great Ocean Road

Ein weiteres Highlight ist die dramatische Loch Ard Gorge, wo das Schiffsunglück der „Loch Ard“ eine dramatische Geschichte erzählt. Sehr beeindruckend habe ich die Brandung am Strand empfunden. Die Nacht haben wir auf dem Port Campbell Holiday Park verbracht.

Tag 5: Port Campbell – Warrnambool  (ca. 60 km)

Highlights

  • London Arch (früher: London Bridge)
  • The Grotto
  • Bay of Islands

Doch nicht nur die 12 Apostel sind sehenswert: Entlang der Küstenstraße findest du weitere beeindruckende Naturdenkmäler wie die London Arch (früher „London Bridge“) oder die Wir halten auch am The Grotto, einer versteckten Felsöffnung mit türkisfarbenem Wasser, genießen wir einen besonders ruhigen Moment. Diese Orte erzählen nicht nur spannende Geschichten aus der Schifffahrtsvergangenheit, sondern bieten auch spektakuläre Ausblicke und faszinierende Felslandschaften. Wenn du die Great Ocean Road fährst, solltest du dir unbedingt Zeit für diese Highlights nehmen.

Das westliche Ende der Great Ocean Road ist in Allansford, das in der Nähe von Warrnambool liegt. Der Ort ist der Abschluss unseres Roadtrips und bekannt für den Logans Beach, von dem aus ihr – je nach Saison – eine ganz besondere Natursensation erleben könnt: Südkaper-Wale, die nahe der Küste ihre Jungen zur Welt bringen. Mit etwas Glück lassen sie sich zwischen Juni und Oktober direkt vom Strand aus beobachten – ein unvergessliches Erlebnis!

Nach Warrnambool habt ihr mehrere Optionen für eure Weiterreise: Entweder ihr fahrt über das Inland zurück nach Melbourne, oder ihr verlängert eure Tour in Richtung Adelaide. Ich persönlich empfehle euch Letzteres, denn auf dem Weg dorthin warten weitere spektakuläre Ziele wie der Grampians Nationalpark mit seinen beeindruckenden Felsformationen oder das einmalige Naturparadies Kangaroo Island – eine der schönsten und vielfältigsten Inseln Australiens.

Lohnt sich ein Roadtrip entlang der Great Ocean Road?

Die Great Ocean Road zählt zweifellos zu den bekanntesten und landschaftlich schönsten Routen weltweit. Auch ich bin sie mit hohen Erwartungen gefahren – und war anfangs ehrlich gesagt etwas ernüchtert. Wer Australien aus abgelegeneren Regionen wie dem Westen kennt, wird hier zunächst überrascht sein: Die Strecke ist gut ausgebaut, stark frequentiert und vor allem rund um die 12 Apostel ist der Besucherandrang enorm. Doch trotz aller Zweifel: Ja, es lohnt sich! Wenn man sich Zeit nimmt und bereit ist, die Route mit offenen Augen zu entdecken, entfaltet sie ihren ganz eigenen Zauber. Ein großer Pluspunkt: Die einzelnen Etappen sind angenehm kurz – eine Seltenheit für australische Verhältnisse.

Und obwohl die 12 Apostel zu den am meisten besuchten Spots gehören, hat mich der Anblick tief beeindruckt. Besonders schön war der Moment, als wir über die Gibson Steps hinunter zum Strand gelangt sind – plötzlich war es still, wir waren fast allein und konnten die imposanten Felsen ganz in Ruhe bestaunen. Und als kleines Extra: Wir haben sogar Pinguine gesehen! Damit sich die Fahrt wirklich lohnt, empfehle ich euch, unterwegs regelmäßig anzuhalten – etwa an den Wasserfällen im Regenwald, in den Eukalyptuswäldern mit ihren Koalas oder an Küstenabschnitten, an denen ihr Vögel, Kängurus und andere Tiere beobachten könnt. Wenn ihr allerdings keine Übernachtung in einem der charmanten, aber oft touristisch geprägten Orte plant, kann eine geführte Tagestour entlang der Great Ocean Road eine gute Alternative sein – kompakt, organisiert und dennoch voller Eindrücke.

Häufig gestellte Fragen zur Great Ocean Road

Wie viele Tage sollte man für die Great Ocean Road einplanen?

Idealerweise 3–4 Tage, um alle Highlights wie die 12 Apostel, Koalas, Wasserfälle und Regenwälder in Ruhe zu erleben. Eine Tagestour ist möglich, aber sehr gehetzt.

Wo beginnt und endet die Great Ocean Road?

Die offizielle Strecke beginnt in Torquay (ca. 100 km südwestlich von Melbourne) und endet in Allansford nahe Warrnambool.

Kann man die Great Ocean Road mit dem Camper befahren?

Ja, und es ist sogar eine der besten Möglichkeiten! Entlang der Strecke gibt es viele schöne Campingplätze, auch direkt an der Küste.

Welche Highlights darf man auf keinen Fall verpassen?

Die 12 Apostel, Loch Ard Gorge, der Great Otway National Park, Maits Rest Rainforest Walk und Koalas am Kennett River zählen zu den Must-Sees.

Gibt es an der Great Ocean Road wilde Tiere?

Ja! Koalas, Kängurus, Emus, Wale (in Warrnambool im Winter) und viele Vogelarten. Besonders beliebt ist das Koala-Spotting am Kennett River.

In welcher Richtung sollte man die Great Ocean Road fahren – von Melbourne nach Warrnambool oder umgekehrt?

Die meisten fahren von Melbourne Richtung Warrnambool, da man dann auf der Meerseite der Straße fährt – das bietet die besseren Ausblicke und einfacheres Anhalten.

Wann ist die beste Reisezeit?

November bis April ist am angenehmsten. Im Winter (Juni–August) kann es kühl, regnerisch und windig sein – dafür gibt es Wale bei Warrnambool.

Kann man die Great Ocean Road auch mit Kindern machen?

Ja! Die kurzen Wanderwege, Tiere und Strände machen die Route auch für Familien sehr attraktiv. Viele Campingplätze sind kinderfreundlich.